Potosí, Silberstadt mit Geschichte

Verrückt, verrückt. Nichtsahnend in eine der höchsten Großsstädte der Welt gefahren. Über 170 Tausend Menschen auf über 4000 Metern.
Lesenswert: Wikipedia-Eintrag zur Stadt
Für die Lesefaulen: Die Spanier haben relativ früh den Mineralgehalt des Berges (Cerro Rico = Reicher Berg) erkannt und angefangen die Indigene Bevölkerung zu versklaven, um den Reichtum zu fördern.
Schreckliche Geschichte. Und heute existiert die Stadt immer noch nur aufgrund der Minenarbeit. Da hier nichts wächst, muss alles herangeschafft werden.

Die meisten Hostels hier in Bolivien haben keine Küche. Wohl weil das Essen auf der Straße so günstig ist.

Ich habe eine Minentour (von ehemaligen Minenarbeitern geleitet) mitgemacht. Als Geschenk soll man den aktuell Arbeitenden Menschen Alkohol, Wasser, Koka-Blätter oder Zigaretten mitbringen. Oder eben Dynamit. In Potosí gibt es wohl den einzigen Markt der Welt, auf dem es Dynamit ohne Auflagen zu kaufen gibt.
Die Bedingungen in der Mine sind krass.

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Die Bevölkerung hier in Bolivien glaubt an Pachamama. Mutter Erde. Bevor man etwas isst oder trinkt gibt man der Erde etwas ab.

Drei Wochen im Jahr feiern die Minenarbeiter ein Fest, bei dem Lamas (immer eine gerade Zahl an Lamas) geopfert werden.
Da sind wir am nächsten Tag hin gefahren.
Im Grunde ein großes Besäufnis mit 96%igem Alkohol und Bier und Kokablättern.
Ich war wohl der einzige Vegetarier am Berg. Auch hat mir vorher niemand gesagt, dass man das Blut der Lamas ins Gesicht bekommt. Zum Schutz. Noch drei Tage danach hat die Kleidung nach Eisen/Lamablut gerochen.
Richtig lecker.

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Die Knochen werden verbrannt, die Gedärme vergraben und das Fleisch gegessen. Für mich gabs Salat und Kartoffeln.
Mit dem belgischen Pärchen (Martin und Louise) noch 2 Tage verbracht. Und dem Künstler Carlos Cornejo, ihrem Gastgeber. Zur Entspannung und “Reinigung” am nächsten Tag zur Thermalquelle “Auge der Inka” gefahren und ein wenig geschwommen und Kleidung gewaschen.

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Am letzten Tag noch zur Silberschule, und ein wenig Silber gekauft (5,5g für 40 Euro günstig? Hätte ich mehr kaufen sollen?)
Da können sich ein paar Leute daheim auf Geschenke freuen.

Inzwischen bin ich in Sucre, Hauptstadt Boliviens. Bin froh aus der Kälte und der kargen Landschaft raus zu sein. Wieder Grün und Wärme auf 2300 Metern. Bald geht es in den Jungel.
Mit blutigen Grüßen und Glück für alle vom Unwetter Betroffenen.

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